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Kapstadt vs. Deutschland: kostenloses Leitungswasser im Restaurant

In Südafrika servieren Restaurants selbstverständlich kostenloses Leitungswasser zum Essen

Es ist Donnerstagabend in Kapstadt und wie jede Woche gehen ein paar Freunde und ich in ein Sushi Restaurant in Green Point. Angekommen im Restaurant, werden wir direkt von dem netten Servicepersonal bedient. Uns werden die Speisekarten gebracht und bevor wir überhaupt in die Karte hätten gucken können, fragt uns der Kellner: einmal Leitungswasser für alle?

Sehr einfach und simpel, aber anscheinend nicht für Deutschland.
Deutschland hat eines der am besten kontrollierten Leitungswassersysteme der Welt und trotzdem wird es oft als Skandal angesehen, in Restaurants oder Bars nach Leitungswasser zu fragen. Wer es bestellt, zahlt oft drauf, denn immer mehr Gaststätten verlangen jetzt auch noch Geld für Leitungswasser.

In Südafrika gehört es zum natürlichen Service, umsonst Leitungswasser auszuschenken, obwohl das Land in einer Dürre steckt und keiner so wirklich weiß, wie lange Wasser noch verfügbar ist. Viele Restaurants kochen das Leitungswasser auch ab, um Keime zu vermeiden.

Inzwischen plant Kapstadt, Grundwasser in der Nähe von Krankenhäusern und Schulen, aber auch das natürliche Reservoir unter dem Tafelberg anzuzapfen. Die Mother City verschärft gerade alle Wassergesetze, aber in Restaurants gibt es ohne Ausnahme kostenloses Trinkwasser.

„Tut uns leid, aber wir bieten kein Leitungswasser an.“
Nach dem Abitur bin ich, wie so viele, ein Jahr nach Australien gegangen. Dort sind Restaurants, Bars und Clubs gesetzlich dazu verpflichtet, jedem Gast kostenloses Leitungswasser anzubieten. Das Wasser dort schmeckt zwar nach Chlor, ist jedoch bedenkenlos trinkbar. Zurück in Deutschland, habe ich dann angefangen in Restaurants nach kostenlosem Leitungswasser zu fragen.

Die Blicke, die ich immer wieder kassieren musste, waren unbezahlbar. Viele Deutsche denken es, aber niemand traut sich es auch laut auszusprechen. Wieso soll ich in einem Restaurant 3 Euro für eine Flasche Wasser ausgeben, wenn ich in meinen eigenen vier Wänden ausschließlich Leitungswasser trinke? Natürlich machen die Restaurants mit kostenlosem Leitungswasser keinen Gewinn, aber ebenso wenig müssen sie einen Verlust einbüßen.

Viele Restaurants mit denen ich diskutiert habe, argumentierten damit, dass der Aufwand, der dabei entsteht, das Leitungswasser zu den Gästen zu bringen, sie ja doch etwas kosten würde. Wenn die Servicekräfte das Wasser gemeinsam mit dem Essen oder den restlichen Getränken servieren, kostet es das Restaurant lediglich ein schwereres Tablett.

Da mehr und mehr Deutsche viel in der Welt rumkommen, wird es folglich immer üblicher auch in Deutschland nach Leitungswasser zu fragen. Die Lösung vieler Gastronomien: Für das Leitungswasser, dass sie nicht mehr als 1 Cent kostet, einen lächerlich hohen Preis berechnen. 

König Kunde trotz Dürre: "Free Water" für alle
Kapstadt befindet sich derzeit in der größten Dürre seit 1904. Seit dem 01. Juli 2017 gelten in Kapstadt die Wasserrestriktionen Level 4b. Die Wassernutzung muss auf 87 Liter am Tag pro Person runtergeschraubt werden und Dinge wie Autowaschen oder Schwimmbäder bewässern sind gesetzlich verboten.

Ein Großteil der Bevölkerung hält sich an die strengen Verordnungen und versucht im Alltag so wenig Wasser wie nur irgend möglich zu verbrauchen. Trotzdem ist es weiterhin für die Restaurants, Bars und Clubs selbstverständlich, kostenlos Leitungswasser auszuschenken.

Es ist sogar gesetzlich vorgeschrieben, Wasser insbesondere für Betrunkene leicht zugänglich zu machen. Oftmals wird dieses sogar noch mit einer Limette und Eis serviert.

Lasst uns beide Länder vergleichen: Der Mindestlohn für Kellner und Servicekräfte in Kapstadt beträgt im Durchschnitt R15, was circa einem Euro entspricht. Währenddessen bekommen deutsche Kellner im Durchschnitt 9 – 11 Euro. Dazu muss man wissen, dass sich die Lebenshaltungskosten in beiden Ländern ungefähr auf demselben Level befinden. Trinkgeld liegt in beiden Ländern bei circa 10 %. Wie schon erwähnt, ist auch die Qualität des Trinkwassers in Deutschland durchaus besser als in Kapstadt. Hinzu kommt, dass Kapstadt in einer Dürre steckt und dadurch die Wasserpreise immer weiter in die Höhe schießen.



Nicht nur die deutschen Restaurants sind Schuld
Warum also ist es in Deutschland für Restaurants so schwierig Leitungswasser auszuschenken? Zuerst einmal ist Deutschland eines der Top Wirtschaftsnationen und das sicherlich nicht ohne Grund. Für deutsche Restaurants ist es schlichtweg lukrativer die Flasche San Pellegrino für 5 Euro zu verkaufen. Und solange man nicht gesetzlich dazu verpflichtet ist, gibt es auch keinen Grund dafür, freies Leitungswasser anzubieten.

Ein weiterer ausschlaggebender Punkt ist, dass die Mentalität sich in beiden Ländern stark voneinander unterscheidet. Kapstadts Restaurants und Bars liefern einen unfassbar guten Service. Ich persönlich bin jedes Mal aufs Neue begeistert davon, wie freundlich und aufmerksam die Kellner in Kapstadt sind. Natürlich gibt es in Deutschland auch freundliche und nette Servicekräfte. Aber man merkt eben auch oft, dass es eine für den Job erforderliche Freundlichkeit ist. Die Mentalität unterscheidet sich aber nicht nur bei den Gastronomien, sondern auch sehr stark bei den Gästen.

Eine Umfrage im Januar 2017 mit 1500 befragten Restaurantgästen macht deutlich, dass die Bestellung von Leitungswasser in Deutschland schlichtweg unhöflich erscheint. Laut Bookatable.com würden 66 % der Befragten im Restaurant kein Leitungswasser bestellen. In Kapstadt unterdessen ist es mehr als üblich beim Betreten eines Restaurants unmittelbar für den ganzen Tisch Leitungswasser zu bestellen. Dieses wird dann auch oft als große Karaffe an den Tisch gebracht, was unter anderem auch den Verbrauch an Plastik- und Glasflaschen um einiges verringert.

Also beim nächsten Restaurantbesuch einfach mal bestimmt, aber freundlich nach Leitungswasser fragen. Das tut keinem weh und ist außerdem auch besser für die Umwelt.

Von Lena Ernsting

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