10 Fragen an Buchautorin Antje Waldschmidt

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10 Fragen an Buchautorin Antje Waldschmidt

Antje Waldschmidt kommt seit 2011 jedes Jahr nach Kapstadt und hat nun ein Buch veröffentlicht.

Das erste Mal war sie 2011 in Kapstadt. Seitdem kommt Antje jedes Jahr in die Stadt, die sie als Traumstadt bezeichnet. In diesem Jahr ist ihr erstes Buch „Kein Tee mit Mugabe“ erschienen. Darin lässt die Reisebloggerin ihre Leser an ihrer Reise mit dem Chickenbus – ja, da fahren teilweise wirklich Hühner mit – durch das südliche Afrika teilhaben.

Warum man Kapstadt als Traumstadt bezeichnet, wird einem klar, sobald man einmal dort war! Aber was hat dich in die Mother City gebracht?
Insgesamt habe ich etwa 2,5 Jahre in Kapstadt gelebt. Zunächst habe ich dort als Model gearbeitet. Später habe ich ein Auslandsjahr an der Universität in Stellenbosch gemacht. In dieser Zeit habe ich in Kapstadt gelebt und bin mit dem Zug nach Stellenbosch gefahren. So wurde Kapstadt zu meiner Traumstadt, aber auch andere Orte Südafrikas faszinieren mich. In Namibia habe ich beispielsweise ehrenamtlich in der Entwicklungsarbeit gearbeitet. Und dann habe ich immer wieder Backpacking-Reisen durch das südliche Afrika gemacht. Von einer solchen Reise erzähle ich auch in meinem Buch.

Wo führt uns die Reise in „Kein Tee mit Mugabe“ entlang?
Ich habe fast 3000 km zurückgelegt: Von Kapstadt nach Johannesburg über Maputo nach Mosambik, Simbabwe, Sambia bis nach Lusaka. Drei Wochen bin ich also mit Schiff und Chickenbus durch das südliche Afrika gereist.

Wenn man nach Südafrika reist, wird man oft vor Kriminalität gewarnt. Vor der Nutzung öffentlicher Verkehrsmitteln wird meist abgeraten. Wie kommt es, dass du dich dennoch für Chickenbus und Co entschieden hast? Hattest du da keine Bedenken?
Ich hatte schon vorher Erfahrung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Südafrika gesammelt. Nach einiger Zeit in einem Land entwickelt man ein Gefühl dafür, was in Ordnung ist und was nicht. Ich versuche, größere Städte eher zu meiden, weil es dort zumeist viel Ungleichheit und somit leider auch Kriminalität gibt. Auch in Kapstadt gibt es Gegenden, in denen man sich besser nicht aufhalten sollte. Auf den kleineren Dörfern fühle ich mich viel sicherer als in den Städten. Ich reise meistens mit Bus und Bahn, weil ich auf diese Weise Einheimische kennenlerne, die den ein oder anderen hilfreichen Tipp geben können. Auf diese Weise erfährt man einfach am meisten über Land, Kultur und Leute.

Wie bereitest du dich auf eine solche Reise vor?
Ich lese im Vorfeld immer viel und erkundige mich. Generell mag ich es nicht, total unvorbereitet loszuziehen. Auch bei der Reise, die ich in meinem Buch beschreibe, hatte ich vorab eine Route geplant. Aber am Ende kommt es doch immer alles anders: Weil ich Tipps von Einheimischen bekommen habe, bin ich dann doch von meiner ursprünglichen Planung abgewichen.

Du kannst nun schon auf etliche Rucksackreisen zurückblicken. Kannst du Tipps geben, was man beachten muss, wenn man eine solche Reise plant und vorher noch keine ähnlichen Abenteuer unternommen hat?
Wenn man unsicher ist, hilft es natürlich sich vorher zu erkundigen und zu lesen, um einen Überblick zu haben. Ich persönlich finde es auch ganz wichtig, sich Zeit zu nehmen, erstmal anzukommen und mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Also langsam starten und sich nicht ins total Unbekannte zu stürzen. Ganz wichtig finde ich es auch, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Generell ist es von Vorteil, offen für Kontakte zu sein, da man so die besten Tipps bekommt.

Was sind deine Lektüre-Empfehlungen für eine Afrikareise?
„Long Walk to Freedom“, finde ich toll. Nicht nur weil es viel über Nelson Mandelas Leben erzählt, sondern auch über die Geschichte und Gesellschaft Südafrikas. „Cry, the Beloved Country“ ist ebenso empfehlenswert: Auch nach über 60 Jahren noch aktuell. Ein zeitloser Roman, um Südafrika zu verstehen. „Elephant Song“ habe ich auf einem Flohmarkt in Lusaka gefunden – ein Bestseller in Südafrika, der mir bei Gesprächen mit Einheimischen immer wieder empfohlen wurde. Die Bücher mögen etwas oldschool sein, aber, wie ich finde, super Bücher, um in das Land einzutauchen.

Du hast inzwischen schon viel von Südafrika gesehen. Welche Orte gefallen dir besonders gut?
In Südafrika gefallen mir die Drakensberge besonders gut. Besonders schön ist auch ein Trip entlang der Westküste nach Langebaan und durch die Halbwüste zum Orangeriver. Das Gebiet ist weniger bekannt und daher auch weniger touristisch. Der perfekte Ort, um zu entspannen, im Fluss zu raften oder den Wein des Weinanbaugebiets zu genießen. Auch der Tsitsikama Nationalpark mit dem Otter Trail, der ins Nature´s Valley führt, ist wunderschön.

Und wenn du an Kapstadt denkst – welche Orte würdest du als deine Favoriten bezeichnen?
Der Lions Head, weil ich einfach gerne hike und der Ausblick von dort einfach unbeschreiblich ist. Hout Bay und Kalk Bay eignen sich ebenso super zum Wandern. Meine Lieblingswanderung in Kapstadt ist aber der Skeleton Gorge und Nursey Ravine: Vom botanischen Garten Kirstenbosch auf den Tafelberg mit Abkühlung im Naturpool. Wenn ich meinen Sehnsuchtsort in Kapstadt nennen sollte, wäre es der letzte Strand hinter dem Foxy Beach bei Simon´s Town. Am weißen Sandstrand zwischen riesigen Felsen sitzend kann man hier den Sonnenuntergang bewundern während die Pinguine an einem vorbei watscheln.

Kannst du uns zuletzt noch eine Anekdote deiner Reise erzählen?
Generell versuche ich es zu vermeiden, nachts an einem unbekannten Ort anzukommen. Einmal ist es auf dieser Reise dann aber doch passiert, dass ich in der Dunkelheit in Vilankulo angekommen bin. Das Hostel, in dem ich übernachten wollte, war geschlossen. So stand ich als weiße Frau mit meinem Koffer in der Dunkelheit, um mich herum Dorfbewohner, die nicht mit mir redeten – warum das so war, wusste ich nicht. Schließlich kamen drei Jungen auf mich zu und boten mir an, mich in ein anderes Hostel zu bringen. Das kam mir natürlich alles komisch vor. Aber was blieb mir anderes übrig, als ihnen zu vertrauen? Und am Ende ging alles gut aus: Die Jungen brachten mich sicher zum Hostel und erklärten mir, es sei Ramadan, weshalb niemand mit mir gesprochen hatte. Das zeigt, dass man manchmal den Menschen auch einfach vertrauen muss. 

Diese und andere Begegnungen reflektiert Antje Waldschmidt in ihrem Buch „Kein Tee mit Mugabe“, das überdies auch die politische Situation der bereisten Länder thematisiert.

Von Alena Stephan

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